Deutsche Bahn
Kategorie: Deutsche Bahn

Der unsinnige Versuch eines Bahn-Bashings

Erstellt am: 28. January 2013 von Tommi
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Tom König – oder die Verschmelzung von Anne Desclos und E. L. James …

Wir schreiben das Jahr 2038 …

Nach „Geschichte der O“ aus dem Jahr 1954 und der 2011 veröffentlichten Bestseller-Trilogie „Fifty Shades of Grey“ wartet die Welt auf etwas ganz Besonderes. Ja, sogar die Vorverkaufszahlen übertreffen alles bisher da gewesene. Das neue Buch von Tom Hillenbrand – mittlerweile besser bekannt unter seinem Pseudonym Tom König – wird morgen um 00:01 Uhr das Licht der Welt erblicken.

Millionen von notgeilen Singles bilden schon seit Tagen kilometerlangen Schlangen vor den wenigen noch real existierenden Buchhändlern in aller Welt. Nur die wenigsten haben ihre E-Reader dabei und warten sehnsüchtig auf deren Piepen, das den Vollzug des Downloads der Vorab-Version des Buches ankündigt.

„Rollenspiele und ihr kultureller Einfluss werden gemeinhin unterschätzt. Deshalb machen mein Kollege […] und ich eine Artikelserie über die Geschichte des Rollenspiels.“

Mit diesen markigen Worten trat er nach dem durchschlagenden Erfolg seines letzten Online-Krimis vor die Presse. Zunächst sah alles nach seiner 124. Kolumne für ein weiteres der drölfzighundert Online-Nachrichtenmagazine aus, doch …

„Klingt irgendwie unwahrscheinlich? Ist es auch. Wenn es noch einmal ein Buchereignis wie Harry Potter geben sollte, dann wird es mit Menschenaufläufen einher gehen, E-Reader hin, Zukunft her. Denn immer wenn etwas die Leute berührt, sehnen sie sich nach einem Ort, an dem sie ihre Begeisterung ausleben, an dem sie diese gemeinsam mit einer Gruppe Gleichgesinnter erfahren können.“

Jeder weiß, Rollenspiele verlangen nach einer Gruppe Gleichgesinnter. Will Tom also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Das Erscheinen seines neuesten Buches zu einem wahren Happening zu erheben und die Leute endlich einmal wieder als Gemeinschaft aus dem warmen Wohnzimmer hervorlocken?

Schafft es nach nunmehr 22 Jahren wirklich wieder ein echtes, gedrucktes Buch – also echte schwarze Druckerschwärze auf realem Papier – auf Verkaufszahlen jenseits des vierstelligen Bereichs? Aber warum kommt das Buch so spät? Die oben zitierte Pressekonferenz fand bereits vor knapp 8 Jahren …

„Die Antwort lautet: Aliens. Aliens (sie sind grün und kommen von Beteigeuze-Ost) haben mich gekidnappt. Sie haben an Bord ihres intergalaktischen Sternenzerstörers zwar WLAN. Aber auch Überlichttriebwerke. Und letztere sind das Problem.“

Aha, Da WLAN bekanntlich langsamer als die Überlichttriebwerke sind, hat es die Nachricht von der Entführung also gar nicht erst zum sehnsüchtig wartenden Leser geschafft.

Glücklicherweise hat das Warten nun ein Ende – und damit werde ich mich nun auch schleunigst in die Schlange einreihen. Ein Buch, endlich wieder ein Buch!

… oder wie Bahn-Bashing nicht funktionieren sollte

Zugegeben – es ist zur Zeit echt nicht einfach, sich _NICHT_ über die Deutsche Bahn lustig zu machen oder an allen Ecken und Enden das Haar in der Suppe zu finden, um wieder mal den telefonischen Support zu bemühen und Kulanz-Bonuspunkte oder Gutscheine rauszuschlagen. Es scheint aber in Mode zu kommen, durch billige Polemik Leser gewinnen zu wollen, einfach, „weil es hip ist“. So geschehen durch den sog. Journalisten Tom Hillenbrand in seiner Kolumne auf SPIEGEL ONLINE.

„Kinder verkomplizieren einfach alles“ oder „Marketing für Dreijährige“ lauten Überschriften innerhalb seiner neuesten Kolumne. Im Text schließlich findet sich eine dermaßen blödsinnige Argumentationskette, um seine reißerischen „Eye-Catcher“ zu untermauern, dass ich echt Schmunzeln muss – allerdings über die Dummheit der Polemik des Autors.

Tom Hillenbrand zieht vier total aus dem Kontext gerissene und schlussendlich durcheinandergewürfelte Zitate der Webseite der Deutschen Bahn zu Rate, kommentiert diese – überhaupt nicht lustig –, und kommt schließlich zur Erkenntnis, das er für Klein-Boris nun gar keine Fahrkarte online kaufen kann, weil er nicht durch den Tarifdschungel der Bahn blickt – oder ist er einfach nur dumm?

Im folgenden eine Zusammenreihung der – in dieser Reihenfolge – verwendeten Zitate – im Übrigen mit den entsprechenden Links zur jeweiligen Webseite:

Nur einmal 10 Euro Bearbeitungsgebühr zahlen und ab 6 bis einschließlich 18 Jahren alle Vorteile der Jugend BahnCard 25 mitnehmen! Damit sparen junge Reisende immer 25% auf den Normalpreis und die Sparangebote des Fernverkehrs.

Quelle: Jugend BahnCard 25 auf www.bahn.de

Ob mit Papa, Mama, Opa oder Oma - in ihrer Begleitung fahren Kinder unter 15 Jahren kostenlos mit!

Quelle: Fahrkarten für Kinder auf www.bahn.de (unter dem Abschnitt „Kostenlose Kindermitnahme“

Für Kinder, die alleine reisen, ist eine separate Buchung notwendig.

Quelle: Fahrkarten für Kinder auf www.bahn.de (unter dem Abschnitt „Alleinreisende Kinder“

Und falls Ihre Kinder mal allein unterwegs sind, erhalten sie 50% Rabatt.

Quelle: Fahrkarten für Kinder auf www.bahn.de (unter dem Abschnitt „Kostenlose Kindermitnahme“

Tom König: In die Ecke stellen und schämen ob solches Nicht-Journalismus! Was dabei rauskommt, sieht man an meiner kleinen Geschichte zur Einführung. Gefällt ihnen so etwas?

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