Deutsche Bahn
Kategorie: Deutsche Bahn

Montagmorgen im Zickzack

Erstellt am: 4. February 2013 von Tommi
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Seit nunmehr über einem halben Jahr war ich nachts nicht mehr in einem Zug der Deutschen Bahn unterwegs. Nachdem ich bereits kurz vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 auf ICE-Treff von der Änderung am ICE 949 gelesen hatte, war es dann gestern Nacht soweit und ich entschied mich spontan, den direkten Weg von Essen ins Büro in Berlin anzutreten.

Nahm der „Nachtzug“ im letzten Fahrplan mit Gütersloh, Herford, Minden und Stendal lediglich einige weitere größere Unterwegsbahnhöfe auf dem normalen Köln-Berlin-Laufweg mit, so startet er im (Winter)-Fahrplan 2012/2013 bereits in Aachen, vollführt im Ruhrgebiet eine regelrechte Zickzack-Fahrt, bevor er ab Dortmund dann den Regelweg der ICE-Linie 10 nimmt. Die Extra-Halte bleiben dabei selbstverständlich erhalten.

Bevor ich in Essen zustieg, hatte der ICE 2 (Tz 242 mit dem Taufnamen „Quedlinburg“) bereits seine Fahrt von Aachen Hbf über Düren, Köln und Düsseldorf, den ersten östlich führenden „Zick“ über Wuppertal und Hagen und den ersten westlich führenden „Zack“ über Bochum hinter sich. Ungewohnt dabei, dass ich auf einer Fahrt nach Berlin an Gleis 1 einsteigen musste, aber es ging ja noch weiter westlich nach Mülheim (Ruhr), bevor der ICE wieder in östliche Richtung über Oberhausen und Gelsenkirchen abbog, um schließlich in Dortmund auf die normale Strecke zu kommen.

In Essen gings mit lächerlichen +2 los – wohl verursacht durch den ebenfalls verspäteten IC nach Frankfurt (Main), der Essen planmäßig nur 5 Minuten vor dem 949 verlässt. Der Zug war leer und so konnte ich mir relativ schnell auch ein bisschen Schlaf gönnen. Dieser Schlaf wurde lediglich auf einigen Unterwegshalten unterbrochen: Dortmund (wieder pünktlich), Bielefeld (immer noch pünktlich), Hannover (nicht mehr pünktlich). Hier stieg eine Mutter mit ihrer Tochter zu, die sich zunächst eine Viertelstunde über den Komfort des ICE freuten, was sich in der dauerhaften Verstellung ihrer Sitze bemerkbar machte. Dann klingelte – nein krähte “ der Wecker der schätzungsweise 10-jährigen Göre dreimal, bis sie schließlich stolz feststellte, „sie könne nun nicht mehr schlafen“. Kurz vor Wolfsburg war dann aber glücklicherweise Ruhe.

In Stendal wurde ich erneut jäh aus dem Schlaf gerissen – was mir allerdings schon vorher klar war. Immerhin ist der ICE 949 einer von drei ICE-Verbindungen von Stendal nach Berlin am Montagmorgen und schon Fahrten in der Vergangenheit um diese Zeit und mit Halt in Stendal haben gezeigt, dass sich der Zug hier sehr gut mit Berufspendlern füllt. Hier gings dann auch mit +10 (aufgrund von Streckenbauarbeiten) los. Die restliche Stunde entschlummerte ich dann nochmal, bevor wir Berlin Hbf mit +15 erreichten.

Alles in allem werd ich mir aber die Nachtfahrt wohl so schnell nicht wieder antun. Die Erholung und der Schlaf waren zwar „OK-ish“, dennoch sind 12 Zwischenhalte nicht gut für einen wirklich gesunden Schlaf – der sich zudem in 4,5 Stunden auch nicht wirklich einstellen kann. Und darunter leiden dann schließlich Konzentration und Motivation im Büro.

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